Unser Weg der Versöhnung

Fastenzeit in St. Andreas

Unser Weg der Versöhnung – unter dieses Motto stellt der Liturgieausschuss der Gemeinde St. Andreas die Fastenzeit.

Akzente der Gemeinde St. Andreas in der Fastenzeit
(nur kommende Termine)

Wegen der Corona-Pandemie finden Sie hier derzeit leider keine Termine. Gottesdienste dürfen in der Pfarre Franziska von Aachen weiterhin gefeiert werden – hierfür gelten allerdings besondere Rahmenbedingungen. Bitte informieren Sie sich näher: Gottesdienste

 

Papst Johannes Paul II. hat 1984 in einem apostolischen Schreiben zum Thema Versöhnung und Buße festgestellt, dass die Menschheit unserer Tage unter zahlreichen tiefen und schmerzlichen Spaltungen leidet. Als Ergebnis dieser Spaltungen führte er unter anderem auf

  • die Verletzung der grundlegenden Menschenrechte,
  • die Angriffe und Drohungen gegen die Freiheit der einzelnen und der Gemein-schaften,
  • die verschiedenen Formen von Diskriminierung: rassisch, kulturell, religiös usw.,
  • Gewalt und Terrorismus,
  • Gebrauch der Folter und ungerechte wie unerlaubte Formen staatlicher Gewalt,
  • die Anhäufung von konventionellen oder atomaren Waffen,
  • eine Sozialstruktur, durch die der Abstand zwischen Reichen und Armen immer mehr zunimmt.

In seinem Brief zeigt Johannes Paul den Weg der Versöhnung und ehrlichen, persönlichen Buße als wichtigste Möglichkeit zur Überwindung dieser Spaltung und ihrer fürchterlichen Folgen auf. Leider scheint dieser Aufruf ungehört verhallt zu sein, die Spaltung unserer Gesellschaft hat sich eher vertieft, der Umgang zwischen Menschen und gesellschaftlichen Gruppen ist heute noch stärker als damals von Unversöhnlichkeit statt von christlicher Barmherzigkeit geprägt.

Versöhnung als wesentlicher Bestandteil der christlichen Nächstenliebe ist die Grundlage eines friedlichen Zusammenlebens und fängt im Kleinen an. Wer einem anderen Menschen etwas Böses angetan hat, soll sein Unrecht von Herzen bereuen und um Verzeihung bitten. Und mindestens genauso wichtig ist es, dass wir Mitmenschen verzeihen, die uns verletzt haben, und die Hand zur Versöhnung ausstrecken.

Wir wollen in der Fastenzeit gemeinsam den Weg der Versöhnung neu beschreiten und hierfür in verschiedenen Gottesdiensten und Veranstaltungen eine Möglichkeit zur individuellen Auseinandersetzung mit dem Thema bieten.

Im Vater unser beten wir viele Male in unserem Leben „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. Wenn uns Gott einmal nach dieser Bitte beurteilen wird, werden wir dann bestehen?

Markus Schröder

Foto: Thomas Mues (CC BY-NC-ND 2.0)
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