Wir in St. Andreas freuen uns, dass Pfr. Ralf Freyaldenhoven auch in diesem Jahr das Triduum (Gründonnerstag, Karfreitag und Osternacht) mit uns feiert.
Er schickt uns seinen Artikel direkt aus Rom:
„Seit der Fastenzeit schmückt den Petersdom in Rom ein neuer Kreuzweg. Gemalt hat ihn der evangelisch reformierte Künstler Manuel Dürr aus der Schweiz. Die Bilder werden demnächst immer in der Fastenzeit aufgehängt. Sie sind gegenständlich gemalt als Brücke zwischen Tradition und Moderne und fügen sich sehr gut in die Kunst des gewaltigen Domes ein. Das Leiden Jesu steht in der Karwoche (Kar=Trauern) im Vordergrund. Jesus geht konsequent seinen Weg, um Gott und Menschen miteinander zu verwöhnen. Ich greife das Bild der neunten Station „Jesus fällt zum dritten Male unter dem Kreuz“ heraus. Der Herr liegt völlig erschöpft am Boden. Klobiges Felssteingeröll, kein Kopfsteinpflaster, kein Asphalt. Der Sturz wird dadurch noch heftiger, schmerzhafter. Holprig, kantig, spitz ist der Weg, wie es das Leben so oft sein kann. Das Kreuz scheint den Gefallenen zu erdrücken. Für mich ist es eine Erinnerung an das Leid so vieler Menschen, an das Elend der ganzen Welt. Immer wieder werden Barmherzigkeit, Liebe, Frieden durchkreuzt, sozusagen zu Boden geschlagen, in den Dreck gezogen. Menschen werden von ihrem auferlegten oder selbstgezimmerten Kreuz niedergedrückt, fast erschlagen. Krankheit, Leid, Verzweiflung und Tod geben sich die Hände. Dabei fiel mir auf, dass der Körper Christi auf kaum einem Bild die Spuren des Leidens zeigt. Das ist ein wunderbarer Hinweis schon auf das, was danach kommt: Auferstehung, Verklärung, Ewiges Leben. All die Schrecklichkeiten haben nicht das letzte Wort. Der Kreuzweg der Welt und jedes einzelnen Menschen endet nicht in der Dunkelheit. Der Mensch, die Welt werden in das österliche Licht hineingezogen und vollendet. 4 Das Unwahrscheinliche wird Wirklichkeit. In unserem Leben dämmert das erst langsam auf und wird von mancher Wolke verdeckt. Wir müssen uns mit Rückschlägen durchkämpfen. Aber das Licht ist da und es ist stärker als alle Dunkelheit und Verzweiflung. Wie die Sonne sich durch die Wolken kämpfen muss, so kämpft der Mensch um seinen Glauben, um seine Hoffnung. Mit gewaltiger Macht zieht Gott uns in seine unendliche Liebe, ruft uns beim Namen. Ich lebe und auch ihr werdet leben. „Jesus lebt, mit ihm auch ich“, singen wir. Ein Hirngespinst? Dann wäre Ostern ein Hasenfest! Eine verinnerlichte Karwoche, ein gesegnetes Auferstehungsfest und Freude auf das, was kommen wird. Der Herr ist wahrhaft auferstanden! Halleluja!“
Ralf Freyaldenhoven









